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ICD-10-GM-2017 Systematik online lesen
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F90-F98
Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
F94.-

Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

Info:

Es handelt sich um eine etwas heterogene Gruppe von Störungen, mit Abweichungen in der sozialen Funktionsfähigkeit und Beginn in der Entwicklungszeit. Anders als die tief greifenden Entwicklungsstörungen sind sie jedoch nicht primär durch eine offensichtliche konstitutionelle soziale Beeinträchtigung oder Defizite in allen Bereichen sozialer Funktionen charakterisiert. In vielen Fällen spielen schwerwiegende Milieuschäden oder Deprivationen eine vermutlich entscheidende Rolle in der Ätiologie.

F94.0
Elektiver Mutismus
Info:

Dieser ist durch eine deutliche, emotional bedingte Selektivität des Sprechens charakterisiert, so dass das Kind in einigen Situationen spricht, in anderen definierbaren Situationen jedoch nicht. Diese Störung ist üblicherweise mit besonderen Persönlichkeitsmerkmalen wie Sozialangst, Rückzug, Empfindsamkeit oder Widerstand verbunden.

Inkl.:
Selektiver Mutismus
Exkl.:
Passagerer Mutismus als Teil einer Störung mit Trennungsangst bei jungen Kindern (icd F93.0 Emotionale Störung mit Trennungsangst des KindesaltersF93.0)
Schizophrenie (icd F20.- SchizophrenieF20.-)
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen (icd F84.- Tief greifende EntwicklungsstörungenF84.-)
Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache (icd F80.- Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der SpracheF80.-)
F94.1
Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters
Info:

Diese tritt in den ersten fünf Lebensjahren auf und ist durch anhaltende Auffälligkeiten im sozialen Beziehungsmuster des Kindes charakterisiert. Diese sind von einer emotionalen Störung begleitet und reagieren auf Wechsel in den Milieuverhältnissen. Die Symptome bestehen aus Furchtsamkeit und Übervorsichtigkeit, eingeschränkten sozialen Interaktionen mit Gleichaltrigen, gegen sich selbst oder andere gerichteten Aggressionen, Unglücklichsein und in einigen Fällen Wachstumsverzögerung. Das Syndrom tritt wahrscheinlich als direkte Folge schwerer elterlicher Vernachlässigung, Missbrauch oder schwerer Misshandlung auf.


Soll eine begleitende Gedeih- oder Wachstumsstörung angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen.
Exkl.:
Asperger-Syndrom (icd F84.5 Asperger-SyndromF84.5)
Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung (icd F94.2 Bindungsstörung des Kindesalters mit EnthemmungF94.2)
Missbrauch von Personen (icd T74.- Missbrauch von PersonenT74.-)
Normvariation im Muster der selektiven Bindung
Psychosoziale Probleme infolge von sexueller oder körperlicher Misshandlung im Kindesalter (icd Z61 Kontaktanlässe mit Bezug auf KindheitserlebnisseZ61)
F94.2
Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung
Info:

Ein spezifisches abnormes soziales Funktionsmuster, das während der ersten fünf Lebensjahre auftritt mit einer Tendenz, trotz deutlicher Änderungen in den Milieubedingungen zu persistieren. Dieses kann z.B. in diffusem, nichtselektivem Bindungsverhalten bestehen, in aufmerksamkeitssuchendem und wahllos freundlichem Verhalten und kaum modulierten Interaktionen mit Gleichaltrigen; je nach Umständen kommen auch emotionale und Verhaltensstörungen vor.

Inkl.:
Gefühlsarme Psychopathie
Hospitalismus
Exkl.:
Asperger-Syndrom (icd F84.5 Asperger-SyndromF84.5)
Hyperkinetische Störungen (icd F90.- Hyperkinetische StörungenF90.-)
Hospitalismus bei Kindern (icd F43.2 AnpassungsstörungenF43.2)
Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters (icd F94.1 Reaktive Bindungsstörung des KindesaltersF94.1)
F94.8
Sonstige Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit
F94.9
Störung sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit, nicht näher bezeichnet

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ICD Code 2017  -  Dr. Björn Krollner  -  Dr. med. Dirk M. KrollnerKardiologe Hamburg