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ICD-10-GM-2017 Systematik online lesen
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F60-F69
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
Info:

Dieser Abschnitt enthält eine Reihe von klinisch wichtigen, meist länger anhaltenden Zustandsbildern und Verhaltensmustern. Sie sind Ausdruck des charakteristischen, individuellen Lebensstils, des Verhältnisses zur eigenen Person und zu anderen Menschen. Einige dieser Zustandsbilder und Verhaltensmuster entstehen als Folge konstitutioneller Faktoren und sozialer Erfahrungen schon früh im Verlauf der individuellen Entwicklung, während andere erst später im Leben erworben werden. Die spezifischen Persönlichkeitsstörungen (icd F60.- Spezifische PersönlichkeitsstörungenF60.-), die kombinierten und anderen Persönlichkeitsstörungen (icd F61 Kombinierte und andere PersönlichkeitsstörungenF61) und die Persönlichkeitsänderungen (icd F62.- Andauernde Persönlichkeitsänderungen, nicht Folge einer Schädigung oder Krankheit des GehirnsF62.-) sind tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Sie verkörpern gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen zu anderen. Solche Verhaltensmuster sind meistens stabil und beziehen sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen. Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.

F63.-

Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle

Info:

In dieser Kategorie sind verschiedene nicht an anderer Stelle klassifizierbare Verhaltensstörungen zusammengefasst. Sie sind durch wiederholte Handlungen ohne vernünftige Motivation gekennzeichnet, die nicht kontrolliert werden können und die meist die Interessen des betroffenen Patienten oder anderer Menschen schädigen. Der betroffene Patient berichtet von impulshaftem Verhalten. Die Ursachen dieser Störungen sind unklar, sie sind wegen deskriptiver Ähnlichkeiten hier gemeinsam aufgeführt, nicht weil sie andere wichtige Merkmale teilen.

Exkl.:
Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle, die das sexuelle Verhalten betreffen (icd F65.- Störungen der SexualpräferenzF65.-)
Gewohnheitsmäßiger exzessiver Gebrauch von Alkohol oder psychotropen Substanzen (icd F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope SubstanzenF10-F19)
F63.0
Pathologisches Spielen
Info:

Die Störung besteht in häufigem und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.

Inkl.:
Zwanghaftes Spielen
Exkl.:
Exzessives Spielen manischer Patienten (icd F30.- Manische EpisodeF30.-)
Spielen bei dissozialer Persönlichkeitsstörung (icd F60.2 Dissoziale PersönlichkeitsstörungF60.2)
Spielen und Wetten o.n.A. (icd Z72.8 Sonstige Probleme mit Bezug auf die LebensführungZ72.8)
F63.1
Pathologische Brandstiftung [Pyromanie]
Info:

Die Störung ist durch häufige tatsächliche oder versuchte Brandstiftung an Gebäuden oder anderem Eigentum ohne verständliches Motiv und durch eine anhaltende Beschäftigung der betroffenen Person mit Feuer und Brand charakterisiert. Das Verhalten ist häufig mit wachsender innerer Spannung vor der Handlung und starker Erregung sofort nach ihrer Ausführung verbunden.

Exkl.:
Brandstiftung: als Grund zur Beobachtung wegen des Verdachtes einer psychischen Störung (icd Z03.2 Beobachtung bei Verdacht auf psychische Krankheiten oder VerhaltensstörungenZ03.2)
Brandstiftung: bei Intoxikation mit Alkohol oder psychotropen Substanzen (icd F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope SubstanzenF10-F19, vierte Stelle .0)
Brandstiftung: bei organischen psychischen Störungen (icd F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer StörungenF00-F09)
Brandstiftung: bei Schizophrenie (icd F20.- SchizophrenieF20.-)
Brandstiftung: bei Störungen des Sozialverhaltens (icd F91.- Störungen des SozialverhaltensF91.-)
Brandstiftung: durch Erwachsene mit dissozialer Persönlichkeitsstörung (icd F60.2 Dissoziale PersönlichkeitsstörungF60.2)
F63.2
Pathologisches Stehlen [Kleptomanie]
Info:

Die Störung charakterisiert wiederholtes Versagen Impulsen zu widerstehen, Dinge zu stehlen, die nicht dem persönlichen Gebrauch oder der Bereicherung dienen. Statt dessen werden die Gegenstände weggeworfen, weggegeben oder gehortet. Dieses Verhalten ist meist mit wachsender innerer Spannung vor der Handlung und einem Gefühl von Befriedigung während und sofort nach der Tat verbunden.

Exkl.:
Ladendiebstahl als Grund zur Beobachtung wegen des Verdachtes einer psychischen Störung (icd Z03.2 Beobachtung bei Verdacht auf psychische Krankheiten oder VerhaltensstörungenZ03.2)
Organische psychische Störungen (icd F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer StörungenF00-F09)
Stehlen bei depressiver Störung (F31-F33)
F63.3
Trichotillomanie
Info:

Bei dieser Störung kommt es nach immer wieder misslungenem Versuch, sich gegen Impulse zum Ausreißen der Haare zu wehren, zu einem beachtlichen Haarverlust. Das Ausreißen der Haare ist häufig mit dem Gefühl wachsender Spannung verbunden und einem anschließenden Gefühl von Erleichterung und Befriedigung. Diese Diagnose soll nicht gestellt werden, wenn zuvor eine Hautentzündung bestand oder wenn das Ausreißen der Haare eine Reaktion auf ein Wahnphänomen oder eine Halluzination ist.

Exkl.:
Stereotype Bewegungsstörung mit Haarezupfen (icd F98.4 Stereotype BewegungsstörungenF98.4)
F63.8
Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle
Info:

In diese Kategorie fallen andere Arten sich dauernd wiederholenden unangepassten Verhaltens, die nicht Folge eines erkennbaren psychiatrischen Syndroms sind und bei denen der betroffene Patient den Impulsen, das pathologische Verhalten auszuführen, nicht widerstehen kann. Nach einer vorausgehenden Periode mit Anspannung folgt während des Handlungsablaufs ein Gefühl der Erleichterung.

Inkl.:
Störung mit intermittierend auftretender Reizbarkeit
F63.9
Abnorme Gewohnheit und Störung der Impulskontrolle, nicht näher bezeichnet

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ICD Code 2017  -  Dr. Björn Krollner  -  Dr. med. Dirk M. KrollnerKardiologe Hamburg