Icd Code
ICD   OPS   Impressum
  
ICD-10-GM-2013 Systematik online lesen
ICD-10-GM-2013 > F00-F99 > F60-F69 > F62.-
F60-F69
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
Info.:
Dieser Abschnitt enthält eine Reihe von klinisch wichtigen, meist länger
anhaltenden Zustandsbildern und Verhaltensmustern. Sie sind Ausdruck des
charakteristischen, individuellen Lebensstils, des Verhältnisses zur
eigenen Person und zu anderen Menschen. Einige dieser Zustandsbilder und
Verhaltensmuster entstehen als Folge konstitutioneller Faktoren und
sozialer Erfahrungen schon früh im Verlauf der individuellen Entwicklung,
während andere erst später im Leben erworben werden. Die spezifischen
Persönlichkeitsstörungen (F60.-), die kombinierten und anderen
Persönlichkeitsstörungen (F61) und die Persönlichkeitsänderungen (F62.-)
sind tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren
Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen.
Sie verkörpern gegenüber der Mehrheit der betreffenden Bevölkerung
deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in den Beziehungen
zu anderen. Solche Verhaltensmuster sind meistens stabil und beziehen sich
auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen.
Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens
und gestörter sozialer Funktionsfähigkeit einher.
F62.-
Andauernde Persönlichkeitsänderungen, nicht Folge einer Schädigung
oder Krankheit des Gehirns
Info.:
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen ohne vorbestehende
Persönlichkeitsstörung nach extremer oder übermäßiger, anhaltender
Belastung oder schweren psychiatrischen Krankheiten. Diese
Diagnosen sollten nur dann gestellt werden, wenn Hinweise auf eine
eindeutige und andauernde Veränderung in der Wahrnehmung sowie im
Verhalten und Denken bezüglich der Umwelt und der eigenen Person
vorliegen. Die Persönlichkeitsänderung sollte deutlich ausgeprägt
sein und mit einem unflexiblen und fehlangepassten Verhalten
verbunden sein, das vor der pathogenen Erfahrung nicht bestanden
hat. Die Änderung sollte nicht Ausdruck einer anderen psychischen
Störung oder Residualsymptom einer vorangegangenen psychischen
Störung sein.
Exkl.:
Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund einer
Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns
(F07.-)
F62.0
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
Info.:
Eine andauernde, wenigstens über zwei Jahre bestehende
Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen
Ausmaßes folgen. Die Belastung muss extrem sein, dass die
Vulnerabilität der betreffenden Person als Erklärung für die tief
greifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht in Erwägung
gezogen werden muss. Die Störung ist durch eine feindliche oder
misstrauische Haltung gegenüber der Welt, durch sozialen Rückzug,
Gefühle der Leere oder Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl
der Anspannung wie bei ständigem Bedrohtsein und
Entfremdungsgefühl, gekennzeichnet. Eine posttraumatische
Belastungsstörung (F43.1) kann dieser Form der
Persönlichkeitsänderung vorausgegangen sein.
Inkl.:
Persönlichkeitsänderungen nach:
. andauerndem Ausgesetztsein lebensbedrohlicher Situationen, etwa
als Opfer von Terrorismus
. andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr
. Folter
. Katastrophen
. Konzentrationslagererfahrungen
Exkl.:
Posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)
F62.1
Andauernde Persönlichkeitsänderung nach psychischer Krankheit
Info.:
Eine auf der traumatischen Erfahrung einer schweren psychiatrischen
Krankheit beruhende, wenigstens über zwei Jahre bestehende
Persönlichkeitsänderung. Die Änderung kann nicht durch eine
vorbestehende Persönlichkeitsstörung erklärt werden und sollte vom
Residualzustand einer Schizophrenie und anderen Zustandsbildern
unvollständiger Rückbildung einer vorausgegangenen psychischen
Störung unterschieden werden. Die Störung ist gekennzeichnet durch
eine hochgradige Abhängigkeit sowie Anspruchs- und
Erwartungshaltung gegenüber anderen, eine Überzeugung, durch die
Krankheit verändert oder stigmatisiert worden zu sein. Dies führt
zu einer Unfähigkeit, enge und vertrauensvolle persönliche
Beziehungen aufzunehmen und beizubehalten, sowie zu sozialer
Isolation. Ferner finden sich Passivität, verminderte Interessen
und Vernachlässigung von Freizeitbeschäftigungen, ständige
Beschwerden über das Kranksein, oft verbunden mit hypochondrischen
Klagen und kränkelndem Verhalten, dysphorische oder labile
Stimmung, die nicht auf dem Vorliegen einer gegenwärtigen
psychischen Störung oder einer vorausgegangenen psychischen
Störung mit affektiven Residualsymptomen beruht. Schließlich
bestehen seit längerer Zeit Probleme in der sozialen und
beruflichen Funktionsfähigkeit.
F62.8-
Sonstige andauernde Persönlichkeitsänderungen
F62.80
Andauernde Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom
F62.88
Sonstige andauernde Persönlichkeitsänderungen
F62.9
Andauernde Persönlichkeitsänderung, nicht näher bezeichnet

ICD und OPS Code Suche


ICD Code 2013  -  Dr. Björn Krollner  -  Dr. med. Dirk M. KrollnerKardiologe Hamburg
Matlab Algo Trading