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ICD-10-GM-2013 Systematik online lesen
ICD-10-GM-2013 > F00-F99 > F90-F98 > F98.-
F90-F98
Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
F98.-
Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der
Kindheit und Jugend
Info.:
Dieser heterogenen Gruppe von Störungen ist der Beginn in der
Kindheit gemeinsam, sonst unterscheiden sie sich jedoch in vieler
Hinsicht. Einige der Störungen repräsentieren gut definierte
Syndrome, andere sind jedoch nicht mehr als Symptomkomplexe, die
hier aber wegen ihrer Häufigkeit und ihrer sozialen Folgen und
weil sie anderen Syndromen nicht zugeordnet werden können,
aufgeführt werden.
Exkl.:
Emotional bedingte Schlafstörungen (F51.-)
Geschlechtsidentitätsstörung des Kindesalters (F64.2)
Kleine-Levin-Syndrom (G47.8)
Perioden von Atemanhalten (R06.88)
Zwangsstörung (F42.-)
F98.0
Nichtorganische Enuresis
Info.:
Diese Störung ist charakterisiert durch unwillkürlichen Harnabgang
am Tag und in der Nacht, untypisch für das Entwicklungsalter. Sie
ist nicht Folge einer mangelnden Blasenkontrolle aufgrund einer
neurologischen Krankheit, epileptischer Anfälle oder einer
strukturellen Anomalie der ableitenden Harnwege. Die Enuresis kann
von Geburt an bestehen oder nach einer Periode bereits erworbener
Blasenkontrolle aufgetreten sein. Die Enuresis kann von einer
schweren emotionalen oder Verhaltensstörung begleitet werden.
Inkl.:
Funktionelle Enuresis
Nichtorganische primäre oder sekundäre Enuresis
Nichtorganische Harninkontinenz
Psychogene Enuresis
Exkl.:
Enuresis o.n.A. (R32)
F98.1
Nichtorganische Enkopresis
Info.:
Wiederholtes willkürliches oder unwillkürliches Absetzen von Faeces
normaler oder fast normaler Konsistenz an Stellen, die im
soziokulturellen Umfeld des Betroffenen nicht dafür vorgesehen
sind. Die Störung kann eine abnorme Verlängerung der normalen
infantilen Inkontinenz darstellen oder einen Kontinenzverlust nach
bereits vorhandener Darmkontrolle, oder es kann sich um ein
absichtliches Absetzen von Stuhl an dafür nicht vorgesehenen
Stellen trotz normaler physiologischer Darmkontrolle handeln. Das
Zustandsbild kann als monosymptomatische Störung auftreten oder
als Teil einer umfassenderen Störung, besonders einer emotionalen
Störung (F93.-) oder einer Störung des Sozialverhaltens (F91.-).
Inkl.:
Funktionelle Enkopresis
Nichtorganische Stuhlinkontinenz
Psychogene Enkopresis
Info.:
Soll die Ursache einer eventuell gleichzeitig bestehenden
Obstipation angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer
zu benutzen.
Exkl.:
Enkopresis o.n.A. (R15)
F98.2
Fütterstörung im frühen Kindesalter
Info.:
Eine Fütterstörung mit unterschiedlicher Symptomatik, die gewöhnlich
für das Kleinkindalter und frühe Kindesalter spezifisch ist. Im
allgemeinen umfasst die Nahrungsverweigerung extrem wählerisches
Essverhalten bei angemessenem Nahrungsangebot und einer
einigermaßen kompetenten Betreuungsperson in Abwesenheit einer
organischen Krankheit. Begleitend kann Rumination - d.h.
wiederholtes Heraufwürgen von Nahrung ohne Übelkeit oder eine
gastrointestinale Krankheit - vorhanden sein.
Inkl.:
Rumination im Kleinkindalter
Exkl.:
Anorexia nervosa und andere Essstörungen (F50.-)
Fütterprobleme bei Neugeborenen (P92.-)
Fütterschwierigkeiten und Betreuungsfehler (R63.3)
Pica im Kleinkind- oder Kindesalter (F98.3)
F98.3
Pica im Kindesalter
Info.:
Anhaltender Verzehr nicht essbarer Substanzen wie Erde,
Farbschnipsel usw.. Sie kann als eines von vielen Symptomen einer
umfassenderen psychischen Störung wie Autismus auftreten oder sie
kann als relativ isolierte psychopathologische Auffälligkeit
vorkommen; nur das letztere wird hier kodiert. Das Phänomen ist
bei intelligenzgeminderten Kindern am häufigsten. Wenn eine solche
Intelligenzminderung vorliegt, ist als Hauptdiagnose eine
Kodierung unter F70-F79 zu verwenden.
F98.4
Stereotype Bewegungsstörungen
Info.:
Willkürliche, wiederholte, stereotype, nicht funktionale und oft
rhythmische Bewegungen, die nicht Teil einer anderen psychischen
oder neurologischen Krankheit sind. Wenn solche Bewegungen als
Symptome einer anderen Störung vorkommen, soll nur die
übergreifende Störung kodiert werden. Nichtselbstbeschädigende
Bewegungen sind z.B.: Körperschaukeln, Kopfschaukeln, Haarezupfen,
Haaredrehen, Fingerschnipsgewohnheiten und Händeklatschen.
Stereotype Selbstbeschädigungen sind z.B.: Wiederholtes
Kopfanschlagen, Ins-Gesicht-schlagen, In-die-Augen-bohren und
Beißen in Hände, Lippen oder andere Körperpartien. Alle
stereotypen Bewegungsstörungen treten am häufigsten in Verbindung
mit Intelligenzminderung auf; wenn dies der Fall ist, sind beide
Störungen zu kodieren.
Wenn das Bohren in den Augen bei einem Kind mit visueller
Behinderung auftritt, soll beides kodiert werden: das Bohren in
den Augen mit F98.4 und die Sehstörung mit der Kodierung der
entsprechenden somatischen Störung.
Inkl.:
Stereotypie/abnorme Gewohnheit
Exkl.:
Abnorme unwillkürliche Bewegungen (R25.-)
Bewegungsstörungen organischer Ursache (G20-G25)
Daumenlutschen (F98.8)
Nägelbeißen (F98.8)
Nasebohren (F98.8)
Stereotypien als Teil einer umfassenderen psychischen
Störung (F00-F95)
Ticstörungen (F95.-)
Trichotillomanie (F63.3)
F98.5
Stottern [Stammeln]
Info.:
Hierbei ist das Sprechen durch häufige Wiederholung oder Dehnung von
Lauten, Silben oder Wörtern, oder durch häufiges Zögern und
Innehalten, das den rhythmischen Sprechfluss unterbricht,
gekennzeichnet. Es soll als Störung nur klassifiziert werden, wenn
die Sprechflüssigkeit deutlich beeinträchtigt ist.
Exkl.:
Poltern (F98.6)
Ticstörungen (F95.-)
F98.6
Poltern
Info.:
Eine hohe Sprechgeschwindigkeit mit Störung der Sprechflüssigkeit,
jedoch ohne Wiederholungen oder Zögern, von einem Schweregrad, der
zu einer beeinträchtigten Sprechverständlichkeit führt. Das
Sprechen ist unregelmäßig und unrhythmisch, mit schnellen,
ruckartigen Anläufen, die gewöhnlich zu einem fehlerhaften
Satzmuster führen.
Exkl.:
Stottern (F98.5)
Ticstörungen (F95.-)
F98.8
Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und emotionale Störungen mit
Beginn in der Kindheit und Jugend
Inkl.:
Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität
Daumenlutschen
Exzessive Masturbation
Nägelkauen
Nasebohren
F98.9
Nicht näher bezeichnete Verhaltens- oder emotionale Störungen mit
Beginn in der Kindheit und Jugend

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ICD Code 2013  -  Dr. Björn Krollner  -  Dr. med. Dirk M. KrollnerKardiologe Hamburg
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